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IMK Report Nr. 128

IMK Report Nr. 128

15.07.2017 Arbeitskosten steigen in Europa sehr verhalten - Arbeits- und Lohnstückkostenentwicklung 2016 im europäischen Vergleich.

Das IMK analysiert regelmäßig mittels Daten von Eurostat die Entwicklung der Arbeits- und der Lohnstückkosten in Europa. Dabei wird die Entwicklung der Arbeitskosten in der Privatwirtschaft, im privaten und im öffentlichen Dienstleistungssektor und im Verarbeitenden Gewerbe in wichtigen europäischen Ländern sowie dem Euroraum als Ganzes dargestellt. In dieser aktuellen Auswertung wird auch der Frage nachgegangen, inwieweit in Deutschland die Nutzung kostengünstiger Dienstleistungen die Arbeitskosten der Industrie reduziert. Anhand von Input-Output-Rechnungen zeigt sich, dass der dadurch entstehende Kostenvorteil rund 11 % bzw. 4 Euro pro Stunde beträgt. Im Anschluss daran wird die Entwicklung der Lohnstückkosten untersucht und den Auswirkungen auf die preisliche Wettbewerbsfähigkeit nachgegangen.

Im Jahr 2016 kostete in Deutschland eine Arbeitsstunde in der Privatwirtschaft 33,6 Euro. Gegenüber dem Vorjahr konnte Deutschland im europäischen Länderranking knapp vom achten auf den siebten Platz vorrücken. Mit einer Veränderungsrate von 2,5 % stiegen die Arbeitskosten in Deutschland im Jahr 2016 fast einen Prozentpunkt stärker als im europäischen Durchschnitt. In den meisten Krisenländern stagnierten oder sanken die Arbeitskosten erneut. In Deutschland sind auch im Jahr 2016 die Arbeitskosten im Verarbeitenden Gewerbe mit 2,5 % etwa so stark gestiegen wie im Privaten Dienstleistungssektor. Damit hat sich der prozentuale Abstand zwischen beiden Wirtschaftsbereichen kaum verändert, er beträgt gut 21%. Das ist der größte Abstand zwischen diesen Sektoren von allen EU Mitgliedsländern.

Die Anpassungsprozesse der Krisenländer haben sich auch im Jahr 2016 fortgesetzt, so dass die durchschnittliche Lohnstückkostenentwicklung des Euroraums mit 0,9 % deutlich unter der Zielinflationsrate der EZB von knapp 2 % lag. Damit entwickelt sich der Euroraum als Ganzes nicht stabilitätskonform. In Deutschland stiegen die Lohnstückkosten um 1,8 %. Da die deutschen Lohnstückkosten aber seit Beginn der Währungsunion deutlich schwächer gestiegen sind, als mit dem Inflationsziel der EZB vereinbar, besteht noch einiger Spielraum für stärkere Lohnsteigerungen in Deutschland. Damit und vor allem mit einer expansiveren Finanzpolitik sollten die zu hohen deutschen Leistungsbilanzüberschüsse reduziert und der Anpassungsprozess in den Krisenländern unterstützt werden.

Letzte Änderung: 11.07.2017

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